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Lupo als TV-Fan

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Ludwig Paischer, Olympia-Silbermedaillengewinner in Peking 2008 (-60 kg), hat im Oktober 2016, gleich nach den Sommerspielen in Rio 2016, seine Judo-Karriere beendet. Seit fünf Jahren lebt und arbeitet der Salzburger in Tokio. Bei den Olympischen Spielen wollte er möglichst viele österreichische Sportler persönlich anfeuern. Daraus wird Corona-bedingt jetzt nichts.

Wie sehr freust Du Dich auf die Olympischen Spiele?

Ludwig Paischer: Sehr. Aber natürlich tut’s mir leid, dass ich jetzt die österreichischen Sportlerinnen und Sportlern nicht live vor Ort sehen kann. Ich hatte jede Menge Tickets. Durch das Zuschauerverbot sind meine Karten hinfällig geworden. D.h. ich werde dem Olympic Team Austria vorm Fernseher die Daumen drücken.

Was traust Du  dem rot-weiß-roten Judo-Team in Tokio zu?

Paischer: Eine Medaille und eine Top-7-Platzierung  – das wäre für Judo Austria ein sehr gutes Ergebnis. Das wäre dem Verband zu wünschen, auch den Athletinnen und Athleten. Das Zeug dazu haben sie sicher. WM-Bronze von Michi Polleres im Juni war ein wichtiges Signal. Das Potential ist da. Headcoach Yvonne Bönisch weiß wie es geht, sie hat in ihrer Karriere Olympia-Gold geholt…

Welche Tipps kannst Du Deinen Judo-Ex-KollegInnen geben?

Paischer: Es klingt simpel: Sie sollen trotz aller Ernsthaftigkeit auch Spaß haben, den besonderen Moment genießen können. Die vergangenen Monate waren unglaublich belastend und herausfordernd. Zuerst wurden die Spiele wegen Corona verschoben, dadurch hat sich die Qualifikation um ein Jahr verlängert. Viele Turniere mussten verschoben werden. Die Unsicherheit war groß. Ich kann nur jedem im ÖJV-Team zum Olympia-Start gratulieren. In einer Weltsportart zu den Top-28 pro Gewichtsklasse zu gehören, ist keine Selbstverständlichkeit. Insgesamt werden 135 Nationen im Judo mit dabei sein. Diese Zahl verdeutlicht, wie schwer es ist, sich international durchzusetzen. Jeder der 6 Judo-Olympia-Starter war bei der IJF-World-Tour schon am Podium. Warum also nicht auch bei Olympia? Der Schlüssel ist:  Man darf nicht zuviel wollen, muss trotz alledem locker bleiben.

Wie ortest Du die Stimmung in Deinem privaten und beruflichen Umfeld?

Paischer: In meinem Bekanntenkreis freuen sich alle auf Olympia. Ich habe ja nach wie vor viel mit Sport zu tun. Japan hat bei Sommerspielen bisher 497 Medaillen gewonnen. Die 500. Jubiläumsmedaille für den Gastgeber ist programmiert. Ich glaube, dann wird im ganzen Land Euphorie herrschen.

Wie viele Medaillen schafft Österreich in Tokio?

Paischer: In jedem Fall mehr als in Rio, d.h. mindestens zwei. Wenn’s optimal läuft, werden’s vielleicht auch vier. Wichtig wäre, dass ein Medaillengewinn gleich an den ersten Wettkampftagen gelingt. Dann wird die gesamte Stimmung im Team lockerer, das kann Wunder wirken.

 

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